Faszien verklebt und verhärtet … und nun?

In meinem letzten Fachbericht habe ich Dir die Faszien und ihre Funktion vorgestellt. Heute stellen wir uns die Frage, warum wir das Fasziengewebe denn trainieren sollen und noch viel wichtiger:

Wieso verklebt das Fasziengewebe denn überhaupt und was sind die Folgen?

Gehen wir mal etwas in die Tiefe:

Blutgefäße und Lymphgefäße laufen durch das Fasziengewebe.

Mit der Lymphflüssigkeit werden Nährstoffe zu den Zellen hin und Stoffwechselabfallstoffe sowie Schadstoffe von den Zellen weg transportiert.

Da der Lymphfluss ausschließlich durch Muskelbewegung in Gang gehalten wird, ist das Lymphsystem auf eine hervorragende Aktivität der Muskeln angewiesen.

Sind wir nun z.B. im Schulter- oder Nackenbereich verspannt so sind die Chancen groß, dass der Lymphfluss aufgrund der fehlenden muskulären Bewegung eingeschränkt ist.

Und ab jetzt wird es etwas kompliziert:

Die Lymphe transportiert den Blutgerinnungsfaktor Fibrinogen, bei einem Lymphstau (durch Muskelverspannungen) reichert sich das Fibrinogen im Gewebe an und wird nun zu Fibrin abgebaut. Jetzt muss man wissen, dass Fibrin ein „körpereigener Klebstoff“ ist, der für das Verschließen von Wunden zuständig ist. (Unser Körper ist schon faszinierend, oder?) Wenn aber nun keine Wunde da ist, verklebt das Fibrin das umliegende Fasziengewebe! Und schon haben wir den Salat 😉

Jetzt sind die Faszien verklebt! Und nun?

Wir haben ja im ersten Fachbericht gelernt, dass die Faszien normalerweise keinesfalls fest und hart sind, sondern zum größten Teil aus Wasser und Eiweiß bestehen und sehr elastisch sind.

Verkleben die Faszien, wird die Bewegungsfähigkeit der betroffenen Muskelfasern deutlich eingeschränkt und was noch schlimmer ist, die Nerven, die durch diesen Bereich führen, können gequetscht werden und diese Schmerzen sind fast unerträglich aber auf keinem Röntgenbild zu erkennen …

Deshalb hören wir oft von unseren Kunden:

„Jetzt habe ich schon so lange diese Schmerzen und war endlich in der Röhre, aber die haben gemeint, es ist alles in Ordnung, man sieht nichts!“

Nein, es ist eben nicht alles in Ordnung ….

Faszien können aber nicht nur verkleben, sondern auch verhärten, dies tritt oft bei älteren Menschen auf, denn deren Flüssigkeitsanteil im Körper ist geringer als der bei jüngeren Menschen.

Das Fasziengewebe verändert sich von seiner Netzstruktur in ein verheddertes Wollknäuel, mit denen unsere Katzen so gerne spielen.

Die Folge davon: Die Bewegungfähigkeit der Muskeln wird eingeschränkt und das Beugen und Strecken kann sehr schmerzhaft werden, was wiederum zur Folge hat, dass diese schmerzhafte Bewegung vermieden wird, wodurch sich das Ganze noch verschlimmert!

Das betrifft allerdings nicht nur die Muskeln und die Gelenke sondern auch die Organe, denn das Fasziengewebe schützt und stützt ja auch unsere Organe.

Die Folge davon: die Blutzufuhr und die Sauerstoffversorgung der einzelnen Organe werden erschwert, Nährstoffe werden schwieriger aufgenommen und Schadstoffe schlechter abgegeben.

Und das nur wegen verklebter und verhärteter Faszien? — Ja

Und nun?

Mit Hilfe von dreidimensionalen, federnden Bewegungen kannst Du Deinen gesamten Körper unterstützen.

 

Auch die Faszienmassage richtig angewandt, kann Dir helfen.

Einen Beitrag und ein Video zur Faszienmassage nach einem Lauf findest Du in meinem nächsten Beitrag.

 

2 Antworten auf „Faszien verklebt und verhärtet … und nun?“

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