Wie Fit Ist Eigentlich Dein Kind?

Hast du heute schon trainiert? Vielleicht nimmst du ja auch an Kays neuer Challenge teil?

Da du gerade einen Artikel einer Fitness Seite liest, gehe ich davon aus, dass du dich bereits intensiv damit beschäftigt hast wie sehr sich Bewegung auf deinen Körper, deine Gesundheit und dein Wohlbefinden hat. Super! Aber nur mal so zum nachdenken:

Wie fit ist eigentlich dein Kind?

Wieviel bewegt es sich täglich? Laut internationaler Richtlinien der WHO sollten Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 17 Jahren mindestens 60 Minuten pro Tag moderaten bis anstrengenden Aktivitäten nachgehen und das ist wirklich das absolute Mindestmaß – viele Experten sprechen von mindestens zwei Stunden täglich. Allerdings ist der Kinderalltag heute meistens so verplant, dass kaum noch Freizeit übrig bleibt und die verbringen Kinder meist vor dem Bildschirm. Kein Wunder also, dass sich nicht mal mehr die Hälfte aller Kinder ausreichend bewegen.

Das war nicht immer so. Noch vor ein paar Jahrzehnten haben sich Kinder nach der Schule draußen auf der Straße, im Garten oder im Park getroffen und den ganzen Nachmittag lang gespielt. Jedes Kind hatte ein scheinbar unerschöpfliches Repertoire an Spielen. Banden wurden gegründet, Lager errichtet, Freunde durften mit dem Fahrrad besucht werden und das alles ohne Kontrolle Erwachsener und ohne ständig per Handy erreichbar zu sein.

Bewegungsmangel bei Kindern war zu dieser Zeit noch fast unbekannt. Heute dagegen sind die Folgen des sitzenden Lebensstils immer früher bei Kindern erkennbar. Konzentrationsprobleme, Aufmerksamkeitsstörung, Übergewicht und Haltungsschäden im Kindesalter sind schon fast normal.

 

Was kannst du also tun, damit sich dein Kind mehr bewegt?

Einfach (so wie früher) rausschicken zum spielen geht nicht mehr mehr – es sind ja keine anderen Kinder draußen. Und deinem Kind die gesundheitliche Bedeutung von Bewegung vor Augen zu halten bringt sicherlich auch nichts.

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Die Anmeldung in einem Sportverein scheint auf den ersten Blick die Ideallösung zu sein: Da wird mit professioneller Anleitung “richtig” trainiert und außerdem sind die Kinder dort im Gegensatz zum freien Spielen auf der Straße von Erwachsenen gut betreut. Die Nachfrage ist groß: Noch nie gab es so viele Sportvereine wie heute. Nur: ein bis zweimal pro Woche für eine Stunde im Verein zu trainieren ist eben immer noch viel zu wenig, wenn die Kinder danach wieder auf dem Sofa Wurzeln  schlagen.  

Wenn du wirklich willst, dass sich dein Kind dauerhaft ausreichend bewegt, dann bleibt dir nur eine Lösung:

Du musst selber aktiv werden und deinem Kind die Rahmenbedingungen schaffen, damit es die Freude an Bewegung für sich entdecken kann. Und die Freude/  der Spaß an Bewegung sollte auch immer im Vordergrund stehen (und nicht die Leistung). Nur so wirst du es schaffen, dass dein Kind freiwillig und gerne sein Bewegungsverhalten verändert.

Zuerst einmal braucht dein Kind Zeit.

Nicht verplante Freizeit. Nachmittage ohne Frühförderung, Nachhilfe oder sonstigem Programm. Gerade wenn dein Kind in der Schule Konzentrationsprobleme hat oder schlechte Noten nach Hause bringt, kann es gut sein, dass es nur überfordert vom vielen Sitzen ist und statt Nachhilfe eher mehr Zeit zum Toben, Spielen und Auspowern braucht. Bewegung fördert die Vernetzung der Gehirnzellen und steigert die Konzentrationsfähigkeit. Es ist also nicht verwunderlich, dass Kinder, die sich viel Bewegen, durchschnittlich auch bessere Noten haben.

 

Dann solltest du dir überlegen mit welchen befreundeten Eltern du dich verbünden kannst.

Sprich mit ihnen über dein Anliegen. Viele Eltern sind genau wie du um die Gesundheit ihrer Kinder besorgt. Die meisten wissen nur nicht wie sie ihre Kinder zu mehr Bewegung motivieren können und werden froh sein wenn du die Initiative ergreifst und den ersten Schritt machst.

Also: dein Kind hat genügend Freizeit und andere Kinder sind auch “einsatzbereit”?

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Dann brauchst du jetzt nur noch ein paar ausgefallene Ideen um die Bande vom Sofa und vom Bildschirm wegzulocken:

 

  • Macht doch mal eine kleine kindgerechte Wanderung. Also keine Wanderung wo die Eltern sich unterhalten und die Kinder gelangweilt nebenher laufen, sondern eher eine Wanderung mit kurzem spontanen Wettrennen (Wer ist als erster am Bach?), kleinen Etappen mit Zwischenzielen (Hütte, Spielplatz, See) und kurzweiligen Strecken (Kühe am Wegesrand, gefällte Baumstämme zum Balancieren).
  • Sucht euch gemeinsam ein paar Bewegungsspiele raus. Es gibt ja nicht nur “Fangen” und “Verstecken”. Erinnere dich doch mal an deine eigene Kindheit und erzähle deinem Kind was ihr früher gespielt habt.
  • Macht eine kleine Radtour. Keine große, die umständlich geplant werden muß sondern eben eine unkomplizierte kurze die eure Kinder leicht schaffen, mit Zwischenstopp am Waldrand oder bei einer Eisdiele oder bei einem Fluss, um dort zum Steine im Wasser hüpfen lassen.
  • Vielleicht kannst du dich mit den anderen Eltern abwechseln und mit den Kindern einmal pro Woche schwimmen gehen?
  • Überlasse deinem Kind eine Ecke im Garten die es (mit seinen Freunden) selber gestalten darf und stelle “Baumaterial” zur Verfügung (Bretter, Stecken, Seile, Planen um eine Schaukel, ein Versteck oder ein Indianerzelt zu bauen). Bei solchen Aktionen bewegen sich Kinder meistens mehr als im Sportunterricht und haben noch jede Menge Spaß dabei.

 

Oft brauchst du gar kein “Programm”. Je mehr sich dein Kind daran gewöhnt hat viel in Bewegung zu sein, desto weniger wirst du dafür tun müssen.

Vorlage KiB (56)Entscheidend ist deine Einstellung:

Lass es sich dreckig machen, verschwitzt nach Hause kommen und auch mal die ein oder andere Schramme haben und lass dir abends von seinen “Abenteuern” erzählen. Dein Kind wird von dieser Veränderung vielseitig profitieren. Zusätzlich zu dem gesundheitlichen Nutzen sind Kinder die sich viel bewegen nämlich auch noch ausgeglichener, sozialer, kreativer, selbstbewusster und glücklicher. Und an so manches Erlebnis wird es sich sicher noch im Erwachsenenalter gerne zurückerinnern.

 

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und beim Sammeln unvergesslicher Kindheitserlebnisse!

Deine Susanne

 

 

de (9)Susanne Renelt ist Mama von zwei Kindern und lebt mit ihrer Familie in Griechenland, ihrer Wahlheimat. Als selbstständige Diplom Physiotherapeutin, naturbegeisterter Outdoorfan und Gründerin von “Kindheit in Bewegung” coacht sie Eltern, die ihren Kindern eine aktive, gesunde und glückliche Kindheit ermöglichen wollen. Wenn du mehr Ideen und Anregungen suchst für eine “Kindheit in Bewegung”, dann bist du herzlich eingeladen auf ihrer Website  https://kindheitinbewegung.de/ vorbeizusurfen.

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